Deutsche Redaktion

Sikorski: Orbán in eigene Falle geraten

20.04.2026 07:06
Außenminister Radosław Sikorski hat den Ausgang der Parlamentswahl in Ungarn als überraschend bezeichnet. „Es hat sich die alte Wahrheit bestätigt, dass derjenige, der anderen eine Grube gräbt, selbst hineinfällt“, sagte Sikorski im TV-Sender TVN24.
Radosław Sikorski
Radosław SikorskiDawid Wolski/East News

Nach offiziellen Ergebnissen gewann die Oppositionspartei Tisza unter Führung von Péter Magyar deutlich die Wahl und errang 141 der 199 Sitze im Parlament. Das Bündnis Fidesz-KDNP von Orbán kam demnach auf 52 Mandate. Zudem zog die rechtsradikale Partei Mi Hazánk mit sechs Sitzen ins Parlament ein.

Sikorski betonte, Orbán habe ein politisches System geschaffen, das seine eigene Niederlage eigentlich erschweren sollte. Dennoch habe er vor allem außerhalb von Budapest Stimmen verloren. „Er hat auf dem Land verloren und außerhalb der Hauptstadt – und dadurch hat Tisza nun eine verfassungsändernde Mehrheit“, sagte der Minister.

Die klare Mehrheit ermögliche es der neuen Führung, rasch Reformen umzusetzen, so Sikorski. Zugleich verwies er auf Unterschiede zum politischen System in Polen, wo die Verfassung die Exekutive stärker aufteile.

Der Außenminister zeigte sich zudem überzeugt, dass sich die Politik Ungarns gegenüber der Europäischen Union und der Ukraine nach der Wahl ändern werde. Blockaden, die Orbán bislang im Interesse Russlands aufgebaut habe, könnten künftig aufgehoben werden.


TVN/jc

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