Deutsche Redaktion

Brünn appelliert um Versöhnung – nach polnischem Vorbild

22.05.2026 10:51
Beim Treffen der Sudetendeutschen in Brünn ist zur Versöhnung zwischen Tschechen und Deutschen aufgerufen worden. Festivalorganisator David Macek die Botschaft der polnischen Bischöfe von 1965 an die deutschen Bischöfe mit den Worten „Wir vergeben und bitten um Vergebung“ als Vorbild.
Plac Wolności, jedna z wizytówek Brna
Plac Wolności, jedna z wizytówek Brnashutterstock/Leonid Andronov

Beim Treffen der Sudetendeutschen in Brünn ist zur Versöhnung zwischen Tschechen und Deutschen aufgerufen worden. Festivalorganisator David Macek nannte dabei die Botschaft der polnischen Bischöfe von 1965 an die deutschen Bischöfe mit den Worten „Wir vergeben und bitten um Vergebung“ als Vorbild.

Das Treffen findet im Rahmen des Festivals Meeting Brno statt. Zu den Gästen gehörten Nick Winton, Sohn des britischen Retters Nicholas Winton, sowie Milena Grenfell-Baines, die als Kind durch Wintons Kindertransporte vor dem Holocaust gerettet wurde. Beide warben dafür, Hass und alte Feindbilder nicht weiterzugeben.

View this post on Instagram

A post shared by Meeting Brno (@meeting_brno)


Die Veranstaltung bleibt in Tschechien umstritten. Rund hundert Demonstrierende protestierten gegen das Treffen und versuchten, eine Rede des Sudetendeutschen-Sprechers Bernd Posselt zu stören. Posselt erinnerte seinerseits an die Verbrechen des Nationalsozialismus und daran, dass auch Sudetendeutsche am Holocaust beteiligt waren.

IAR/adn

Sechzig Jahre nach dem historischen Briefwechsel: "Polen und Deutschland können sich nur gemeinsam schützen"

18.11.2025 10:24
Der von Wladimir Putin entfesselte Krieg rückt uns heute enger zusammen. Denn nur gemeinsam können wir uns verteidigen – schreibt für die Wochenzeitschrift Tygodnik Powszechny der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing. Außerdem: Empörung über NS-Dokumente in deutschen Auktionen. Und: Staatspräsident Nawrocki signalisiert Solidarität mit Fußball-Ultras. Mehr dazu in der Presseschau.

Mutige Geste der Versöhnung: Wie ein Bischofsbrief Polen und Deutschland veränderte

19.11.2025 06:34
Die Botschaft der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder von 1965 gilt als eines der mutigsten und zugleich umstrittensten Dokumente der Nachkriegsgeschichte Polens. In dem Schreiben, das am 18. November 1965 veröffentlicht wurde, formulierten die Unterzeichner – unter ihnen der spätere Papst Karol Wojtyła und Primas Stefan Wyszyński – Sätze, die bis heute erinnern: „Wir vergeben und bitten um Vergebung.“

Leo XIV.: „Wir vergeben und bitten um Vergebung“ bleibt Botschaft für heute

10.12.2025 12:14
Papst Leo XIV. hat den historischen Versöhnungsbrief der polnischen Bischöfe an die deutschen Bischöfe aus dem Jahr 1965 als wegweisendes Beispiel für die Möglichkeit von Frieden und Verständigung bezeichnet. Während der Generalaudienz am Mittwoch im Vatikan sagte der Papst, das Schreiben mit den Worten „Wir vergeben und bitten um Vergebung“ habe „die Geschichte Europas verändert“. 

Ausstellung erinnert an 60 Jahre polnischen Versöhnungsbrief an Deutschland

22.01.2026 15:00
„60 Jahre später gibt es keinen passenderen Ort, um an die Bedeutung dieses Moments zu erinnern. Das Europäische Parlament selbst ist das Ergebnis eines langen Weges der Versöhnung und des Dialogs in Europa“, sagte Parlamentspräsidentin Roberta Metsola. Wie die Organisatoren betonten, unterstreiche die Ausstellung die anhaltende Aktualität des Appells der Bischöfe in einer Phase neuer geopolitischer Spannungen sowie von Debatten über Erinnerung, Verantwortung und Solidarität in Europa.