Deutsche Redaktion

EP-Resolution zur UPA: „Polen hat Einfluss in der EU“

09.07.2026 08:20
Ein EU-Beitritt, ohne die Achtung europäischer Grundwerte, sei nicht möglich, erklärte Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz zur Resolution des Europäischen Parlaments, die unter anderem die ukrainische Aufständische Armee UPA aus dem Zweiten Weltkrieg betrifft. Außenminister Radosław Sikorski zufolge, zeige dies der Ukraine, dass Polen als Mitglied der Europäischen Union innerhalb der Gemeinschaft Einfluss habe.
Das Europische Parlament hat am Mittwoch eine Resolution zum EU-Beitrittsprozess der Ukraine verabschiedet. Darin bedauerte es die unntige und unprovozierte Eskalation durch den ukrainischen Prsidenten Wolodymyr Selenskyj, der einer Eliteeinheit der ukrainischen Streitkrfte den Ehrennamen Helden der UPA verliehen hat.
Das Europäische Parlament hat am Mittwoch eine Resolution zum EU-Beitrittsprozess der Ukraine verabschiedet. Darin bedauerte es die „unnötige und unprovozierte Eskalation“ durch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der einer Eliteeinheit der ukrainischen Streitkräfte den Ehrennamen „Helden der UPA“ verliehen hat. Foto: EPA/OLIVIER MATTHYS

Nach ihrer Rückkehr vom NATO-Gipfel in Ankara wurden die beiden Vizepremiers Sikorski und Kosiniak-Kamysz am Mittwoch auf einer Pressekonferenz um eine Bewertung der Resolution gebeten. Verteidigungsminister Kosiniak-Kamysz betonte, sie sei Ausdruck einer klaren Haltung Europas, dass für eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union bestimmte Werte erfüllt werden müssten.
„Es gibt keinen Beitritt durch die Hintertür. Man kann der Europäischen Union nicht beitreten, ohne die Grundsätze zu achten, auf denen sie beruht – historische Wahrheit, Respekt gegenüber den Partnern, mit denen man die Gemeinschaft bildet, und der Wille, gute nachbarschaftliche Beziehungen aufzubauen. All diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Die heutige Resolution unterstreicht das“, sagte Kosiniak-Kamysz.

Polen hat als EU-Mitglied „Einfluss“
Sikorski äußerte die Hoffnung, dass der angenommene Änderungsantrag der ukrainischen Seite deutlich mache, dass Polen als Mitglied der Europäischen Union Einfluss habe. Zugleich zeige er, dass „das Europäische Parlament die Einhaltung europäischer Werte verlangt. Dazu gehören der Respekt vor der historischen Wahrheit und das Gedenken an die Opfer des Extremismus. Das ist eine der Voraussetzungen für den Beitritt zu unserer Gemeinschaft“, sagte er.

Das Europäische Parlament hat am Mittwoch eine Resolution zum EU-Beitrittsprozess der Ukraine verabschiedet. Darin bedauerte es die „unnötige und unprovozierte Eskalation“ durch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der einer Eliteeinheit der ukrainischen Streitkräfte den Ehrennamen „Helden der UPA“ verliehen hat. Im Verlauf der Beratungen wurde ein von der Europäischen Volkspartei (EVP) eingebrachter Änderungsantrag zur UPA angenommen. Der EVP gehören auch die polnischen Regierungsparteien Bürgerkoalition (KO) und Polnische Volkspartei (PSL) an.

Die UPA bleibt eines der umstrittensten Themen in den polnisch-ukrainischen Beziehungen. Nach Einschätzung polnischer Historiker hatten Einheiten der UPA im Juli 1943 koordinierte Angriffe auf rund 150 von Polen bewohnte Ortschaften in Wolhynien verübt. Diese gelten als Höhepunkt der Verbrechen, die in Polen als Völkermord von Wolhynien bezeichnet werden.
Nach Angaben von Forschern wurden zwischen Februar 1943 und dem Frühjahr 1945 in Wolhynien und Ostgalizien mehr als 100.000 Polen getötet. Als verantwortlich gelten Mitglieder der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), der Fraktion von Stepan Bandera, sowie der ihr unterstellten Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA).

dziennik/PAP/ps

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