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PiS schließt Ex-Premier und 39 weitere Abgeordnete wegen Spaltung im rechten Lager aus

14.08.2026 16:30
Polens größte Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hat den Ausschluss des ehemaligen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki und 39 weiterer Parlamentarier beschlossen. Zuvor hatte die Gruppe den neuen parlamentarischen Klub „Entwicklung Plus" gegründet.
Morawiecki, der von 2017 bis 2023 Ministerprsident war, steht an der Spitze von Entwicklung Plus. Der neuen Parlamentsgruppe gehren Dutzende ehemalige PiS-Abgeordnete an.
Morawiecki, der von 2017 bis 2023 Ministerpräsident war, steht an der Spitze von „Entwicklung Plus". Der neuen Parlamentsgruppe gehören Dutzende ehemalige PiS-Abgeordnete an. PAP/Tomasz Wojtasik

Die Entscheidung ist eine weitere Etappe der tiefen Spaltung innerhalb der PiS, der konservativen Partei, die Polen von 2015 bis 2023 regierte und heute die größte Oppositionspartei ist. Das Disziplinargericht der Partei hat am Donnerstag festgestellt, dass 38 Abgeordnete des Sejm und zwei Senatoren mit ihrem Austritt aus der PiS-Fraktion und dem Wechsel zu einer rivalisierenden Gruppierung erheblich gegen die Parteisatzung verstoßen haben. Die 40 Politiker haben sieben Tage Zeit, Berufung einzulegen. Tun sie dies nicht, endet ihre PiS-Mitgliedschaft nach Ablauf dieser Frist offiziell, sagte der Sprecher des Parteidisziplinargerichts, Karol Karski.

Morawiecki, der von 2017 bis 2023 Ministerpräsident war, steht an der Spitze von Entwicklung Plus". Der neuen Parlamentsgruppe gehören Dutzende ehemalige PiS-Abgeordnete an. Das Disziplinargericht führte als weiteren Grund für Morawieckis Ausschluss dessen Ankündigung vom 3. August an, eine mit der PiS konkurrierende Partei gründen zu wollen. Morawiecki erklärte, die neue Partei solle bis zum 15. Oktober gegründet werden. An diesem Tag ist der Parteitag von Entwicklung Plus" geplant.

Der Streit brach aus, nachdem PiS-Chef Jarosław Kaczyński den Abgeordneten der Partei bis Ende Juli Zeit gegeben hatte, ihre Mitgliedschaft in parteifremden politischen Vereinigungen aufzugeben. Andernfalls drohte ihnen der Ausschluss. Mehr als 40 Politiker aus dem Umfeld Morawieckis hatten sich geweigert die geforderten Erklärungen abzugeben.

Drei PiS-Abgeordnete des Europäischen Parlaments, die der neuen Vereinigung angehören – Piotr Müller, Michał Dworczyk und Waldemar Buda –, waren von der Entscheidung vom Donnerstag nicht betroffen. Karski erklärte, ihre Fälle seien nicht geprüft worden, weil sie die PiS-Fraktion im polnischen Parlament offiziell nicht verlassen hätten.

PAP/PR/ps

„Machtkampf um die Zukunft der Rechten nach den Wahlen"

27.07.2026 13:30
In der polnischen Presse reißen die Diskussionen über den Austritt des ehemaligen Ministerpräsidenten aus seiner Partei und die Gründung einer neuen politischen Formation nicht ab. Führende konservative Oppositionspolitiker behaupten, der frühere Regierungschef vertrete in Wahrheit liberale und linke Positionen. Unabhängig davon, ob Jarosław Kaczyński die Gruppe um Morawiecki aus der PiS ausgeschlossen hätte oder nicht – die zerstrittene Partei wäre ohnehin nicht dauerhaft zu reparieren gewesen. Der Niedergang dieser Partei bedeute zugleich den Niedergang ihres politischen Gegenpols, der Bürgerkoalition von Ministerpräsident Donald Tusk. Und: Die Ukraine führt eine asymmetrische politische Einflussoperation durch und nutzt dabei moderne Instrumente aus dem Arsenal der Psychologie und der sozialen Steuerung, um eigene Ziele zu erreichen. Auf diese Weise erweisen sich Polens östliche Nachbarn als geschickter, besser vorbereitet und mit einem deutlich besseren Verständnis der politischen Lage in Polen. Mehr dazu in der Presseschau.

Morawiecki gründet neue Parlamentsfraktion

29.07.2026 10:40
Der frühere Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat die Gründung einer eigenen Parlamentsfraktion angekündigt. Die neue Fraktion trägt den Namen „Rozwój Plus“ (Entwicklung Plus). Nach Angaben Morawieckis gehören ihr 40 Abgeordnete sowie ein Senator an.

Morawiecki kündigt Gründung einer neuen Partei bis Mitte Oktober an

04.08.2026 07:40
Der frühere Ministerpräsident Mateusz Morawiecki will spätestens bis zum 15. Oktober eine neue politische Partei gründen. Das kündigte der ehemalige PiS-Politiker in einem Interview an. Die Parteigründung soll im Rahmen eines Kongresses seines Vereins „Rozwój Plus“ (Entwicklung Plus) erfolgen.

Morawiecki lobt Präsident Nawrocki. „Stark, souverän und unabhängig“

06.08.2026 11:13
Der frühere Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat Präsident Karol Nawrocki anlässlich des ersten Jahrestags seiner Amtseinführung als unabhängiges Staatsoberhaupt gewürdigt. Nawrocki wisse, „dass er sein Mandat vom Volk und nicht von Parteizentralen“ erhalten habe, schrieb Morawiecki am Donnerstag auf der Plattform X.