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Drohnen über Moldau und Rumänien: "Gezielte Einschüchterung"

21.08.2026 11:29
Drohnen über Moldau, ein Absturz in Rumänien, eine nicht zugeordnete Seedrohne nahe Neptun Deep und ein russischer Angriff auf einen ukrainischen Grenzübergang.  „Es verstärkt sich eine Kampagne der Drohungen, die unsere Bürger beunruhigt und darauf abzielt, unsere Union zu spalten. Das ist hybrider Krieg“, schrieb EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen in sozialen Medien.
Ілюстрацыйнае фотаImage by JackieLou DL from Pixabay/CC0

Mehrere Drohnenvorfälle am Schwarzen Meer und an der Grenze zwischen der Ukraine und Moldau haben die Sicherheitslage an der südlichen Ostflanke Europas erneut in den Fokus gerückt. Innerhalb von zwei Nächten meldeten Rumänien und Moldau Verletzungen oder Gefahren in ihrem Luftraum beziehungsweise in ihrer Wirtschaftszone, während auf ukrainischem Gebiet ein Grenzübergang zu Moldau durch einen russischen Angriff beschädigt wurde. 

F-16-Einsatz gegen Seedrohne im Schwarzen Meer

Nach Angaben des rumänischen Verteidigungsministers Radu Miruta zerstörte ein rumänischer F-16-Kampfjet eine mit Sprengstoff beladene Seedrohne nahe dem Offshore-Gasprojekt Neptun Deep im Schwarzen Meer. Der Vorfall ereignete sich demnach in der ausschließlichen Wirtschaftszone Rumäniens, etwa 80 Seemeilen östlich des Hafens Constanta. Rumänien habe ukrainische Partner kontaktiert. Diese hätten bestätigt, dass die Drohne nicht ukrainisch sei. Wem die Seedrohne zuzuordnen ist, blieb zunächst offen.

Die Entscheidung zum Abschuss sei „zum Schutz der Gesundheit und des Lebens mehrerer hundert Beschäftigter in der Region sowie zum Schutz kritischer Infrastruktur“ getroffen worden. Zuvor hatte das rumänische Verteidigungsministerium von einer Luftraumverletzung berichtet: Nach 3.00 Uhr sei ein Objekt etwa vier Kilometer nordöstlich von Grindu im Kreis Tulcea in unbewohntem Gebiet abgestürzt. Nach dem Einschlag sei ein Feuer ausgebrochen, das von selbst erloschen sei. Opfer oder Sachschäden wurden nicht gemeldet.

Luftraumverletzungen in Moldau

Auch Moldau meldete eine Luftraumverletzung. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Chisinau überquerte eine zunächst als Shahed-136 identifizierte Drohne um 3.16 Uhr illegal die Grenze. Sie sei aus der Ukraine kommend in Richtung der autonomen Region Gagausien geflogen und habe den moldauischen Luftraum um 3.22 Uhr wieder in Richtung Ukraine verlassen. Ein Einschlag auf moldauischem Gebiet wurde nicht gemeldet.

Parallel dazu hat ein russischer Drohnenangriff den ukrainisch-moldauischen Grenzübergang Tabaki im Gebiet Odessa. Nach Angaben der ukrainischen Agentur UNIAN wurde ein Gebäude des Grenzdienstes zerstört, ein Brand nach der Explosion gelöscht. Der Grenzverkehr wurde ausgesetzt; wartende Fahrer wurden aufgefordert, auf einen anderen Übergang auszuweichen. In derselben Nacht griff Russland nach ukrainischen Angaben auch die Regionen Odessa, Charkiw und Sumy mit Drohnen und Raketen an. Im Gebiet Charkiw wurden demnach mehr als 20 Wohnhäuser beschädigt; zunächst war von zwei Toten und mehreren Verletzten die Rede.

"Gezielte Einschüchterung"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wertete die Entwicklung als Teil einer gezielten Einschüchterung. „Es verstärkt sich eine Kampagne der Drohungen, die unsere Bürger beunruhigt und darauf abzielt, unsere Union zu spalten. Das ist hybrider Krieg“, schrieb sie in sozialen Medien. Europa müsse Provokationen und Aggression abschrecken können, erklärte sie. Zugleich verwies sie auf die European Drone Defence Initiative und den Eastern Flank Watch, mit denen Europa nach ihren Worten die Produktion erhöhe, um Mitgliedstaaten notwendige Fähigkeiten bereitzustellen und schneller auf neue Bedrohungen reagieren zu können.

Nach Angaben des ukrainischen Militärgeheimdienstes verfügt Russland weiterhin über rund 2000 Raketen verschiedener Typen und kann seine Bestände trotz regelmäßiger Angriffe auf die Ukraine weiter auffüllen. Genannt wurden unter anderem rund 600 Oniks-Marschflugkörper, mehr als 450 Kalibr-Raketen, etwa 120 Zirkon-Hyperschallraketen, 130 ballistische Iskander-Raketen, 50 Kinschal-Raketen sowie etwa 50 nordkoreanische KN-23. Die monatliche russische Produktion werde auf rund 200 Raketen verschiedener Typen geschätzt. 

IAR/adn

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