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Streit um Regulierung des Kryptomarkts: Staatspräsident legt eigenen Gesetzentwurf vor

09.09.2026 11:51
Staatspräsident Karol Nawrocki hat einen eigenen Entwurf zur Regulierung des Kryptomarktes vorgelegt. Er sieht Anlegerwarnungen, gerichtliche Kontrolle bei Kontosperren und Staatshaftung bei Fehlern der Aufsicht vor.
Фото ілюстративнеpxhere.com/CC0 Domena publiczna

Staatspräsident Karol Nawrocki hat einen eigenen Gesetzentwurf zur Regulierung des Kryptomarktes in den Sejm eingebracht. Kanzleichef Zbigniew Bogucki bezeichnete den rund 100 Seiten umfassenden Vorschlag als Versuch, den politischen Streit zu überwinden und eine rechtliche Lücke zu schließen.

Der Entwurf sieht verpflichtende Warnhinweise für Anleger und strengere Strafen bei Verstößen vor. Für die Verlängerung von Kontosperren soll künftig eine gerichtliche Zustimmung erforderlich sein. Das Gericht hätte dafür 14 Tage Zeit; eine Sperre dürfte höchstens drei Monate dauern.

Vorgesehen ist zudem eine Haftung des Staates für Schäden durch fehlerhafte Entscheidungen von Aufsichtsbehörden. Bogucki nannte den Vorschlag einen „Entwurf der Mitte“, der Anleger und die Verfassung schützen solle. Nawrocki erwartet, dass sich der Sejm bereits auf seiner nächsten Sitzung mit dem Gesetz befasst.

Neue Festnahmen in Zondacrypto-Affäre

Parallel gibt es neue Entwicklungen im Strafverfahren zur früheren Kryptobörse BitBay, die später Zondacrypto hieß. Justizminister Waldemar Żurek erklärte, ein Gericht habe Untersuchungshaft für Roman Ż. angeordnet. Dem Beschuldigten werden die Beteiligung an einer organisierten kriminellen Gruppe und die Aneignung von Kundengeldern in Höhe von mindestens 7,8 Millionen Złoty durch Computerbetrug vorgeworfen. Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft. 

Auch beim Polnischen Olympischen Komitee steht eine Personalentscheidung an. Das Präsidium hat für Montag, den 14. September, um 13.00 Uhr eine Vorstandssitzung angesetzt. PKOl-Präsident Radosław Piesiewicz befindet sich in Untersuchungshaft. Das Präsidium empfiehlt, einem der Vizepräsidenten die Aufgaben des Präsidenten bis zum Ende der laufenden Amtszeit zu übertragen.

Die Zondacrypto-Affäre ist auch Gegenstand einer von „Rzeczpospolita“ veröffentlichten IBRiS-Umfrage. 46,6 Prozent der Befragten befürworten einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss, 43,3 Prozent lehnen ihn ab und 10,1 Prozent haben keine Meinung. Nach Recherchen der Zeitung will die Regierungskoalition keinen Untersuchungsausschuss einsetzen und die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft überlassen.

IAR/adn


Tusk: „Die Zonda-Serie nimmt erst richtig Fahrt auf“

26.08.2026 11:37
Nach neuen Entwicklungen in den Ermittlungen gegen die polnische Kryptobörse Zondacrypto hat Ministerpräsident Donald Tusk dem Präsidenten und der nationalkonservativen Partei PiS vorgeworfen, die Regulierung des Kryptomarktes bewusst blockiert zu haben. „Jetzt wissen wir, warum Karol Nawrocki und die PiS mit aller Gewalt das Kryptogesetz blockiert haben“, schrieb Tusk am Mittwoch auf der Plattform X.

Tusk zu Zondacrypto-Affäre: „Ihr macht euch weiter der Schande schuldig“

04.09.2026 13:16
Ministerpräsident Donald Tusk hat die PiS im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Kryptobörse Zondacrypto scharf angegriffen. „Ihr macht euch der Schande schuldig, wenn ihr ungeachtet der politischen Kosten diese Menschen und dieses Verfahren weiterhin unterstützt“, sagte Tusk am Freitag im Parlament.

Abgeordnete scheitern mit Aufhebung des Präsidentenvetos gegen Kryptogesetz

04.09.2026 16:30
Es war bereits das dritte Mal, dass Nawrocki gegen das Gesetz sein Veto eingelegt hatte. Es hätte die polnische Finanzaufsichtsbehörde KNF zur Aufsichtsbehörde für den Kryptowährungsmarkt gemacht. Dem Präsidenten zufolge würde das Gesetz den Sektor überregulieren und könnte polnische Unternehmen ins Ausland treiben.

Zondacrypto als „Gold für Tusk“ – Wie weit geht der Machtkampf? – AfD zählt auf Domino-Effekt

07.09.2026 13:35
Die Zondacrypto-Affäre zieht immer weitere Kreise. Handelt es sich dabei um eine schmutzige Wahlkampampftaktik gegen Präsident Karol Nawrocki und die politische Rechte oder ein verdienter Hoffnungsschimmer für die Liberalen? Was bezweckt Premierminister Tusk mit der kontroversen Entscheidung, seine rechte Hand, Minister Berek, in den Obersten Gerichtshof zu versetzen? Und: Was bedeutet der AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt - für Polen und für Deutschland? Mehr dazu in der Presseschau.