Deutsche Redaktion

Zondacrypto-Affäre: Staatspräsident weist Vorwürfe zurück

28.04.2026 11:03
Nawrocki erklärte, das erste Schreiben der ABW zum Kryptomarkt sei am 12. Dezember 2025 in seiner Kanzlei eingegangen. Der Sprecher des Geheimdienstkoordinators, Jacek Dobrzyński, hält eine andere Linie dagegen: Bereits am 5. Dezember 2025 habe ein Vertreter des Präsidenten an einer geheimen Sejm-Sitzung teilgenommen, bei der Erkenntnisse der ABW über den Kryptomarkt und damit verbundene Risiken für die Staatssicherheit vorgestellt worden seien.
Karol Nawrocki odpiera zarzuty ws. Zondacrypto
Karol Nawrocki odpiera zarzuty ws. ZondacryptoWojciech Olkusnik/East News, LEANDRO LOZADA/AFP/East News

In der Zondacrypto-Affäre streiten Präsident Karol Nawrocki und die Regierungsseite über Verantwortung und den Zeitpunkt geheimdienstlicher Warnungen. Nawrocki erklärte, das erste Schreiben der ABW zum Kryptomarkt sei am 12. Dezember 2025 in seiner Kanzlei eingegangen — elf Tage nach seinem Veto gegen das Gesetz über Kryptoaktiva und sieben Tage nach einer geheimen Sitzung des Sejm.

Der Sprecher des Geheimdienstkoordinators, Jacek Dobrzyński, hält eine andere Linie dagegen: Bereits am 5. Dezember 2025 habe ein Vertreter des Präsidenten an jener geheimen Sejm-Sitzung teilgenommen. Dort seien Erkenntnisse der ABW über den Kryptomarkt und damit verbundene Risiken für die Staatssicherheit vorgestellt worden. Am 12. Dezember seien dann schriftliche Informationen gefolgt, später weitere Warnungen.

Ausgangspunkt der Affäre sind Berichte der „Gazeta Wyborcza“, wonach Zondacrypto von Strukturen kontrolliert worden sein soll, die der russischen Tambow-Mafia zugerechnet werden. Nawrocki wirft der Regierung vor, eigene Versäumnisse zu verschleiern. Die Regierungsseite spricht dagegen von klaren Warnungen, die nicht ausreichend berücksichtigt worden seien.

IAR/adn


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