Deutsche Redaktion

Polen schließt Entsendung von Truppen nach Gaza aus

18.02.2026 06:00
Polens Ministerpräsident hat ausgeschlossen, polnische Soldaten in den Gazastreifen zu entsenden. Warschau überdenke derzeit seine Haltung zu dem von US-Präsidenten Donald Trump neu eingerichteten Friedensrat.
Polen beabsichtigt ganz sicher nicht, Soldaten nach Gaza zu entsenden, und wird dies auch nicht tun, sagte Premier Donald Tusk vor einer Kabinettssitzung am Dienstag in Warschau.
„Polen beabsichtigt ganz sicher nicht, Soldaten nach Gaza zu entsenden, und wird dies auch nicht tun“, sagte Premier Donald Tusk vor einer Kabinettssitzung am Dienstag in Warschau. PAP/Radek Pietruszka

„Polen beabsichtigt ganz sicher nicht, Soldaten nach Gaza zu entsenden, und wird dies auch nicht tun“, sagte Premier Donald Tusk vor einer Kabinettssitzung am Dienstag in Warschau. Polen habe zudem kein Interesse daran, Entwicklungsprojekte in dem Gebiet mitzufinanzieren. „Wir haben eigene Sicherheitsherausforderungen“, erklärte er. „Das Geld wird für Investitionen in unseren eigenen Städten gebraucht.“

Wie Tusk bestätigte, plane seine Regierung keinen Beitritt zum sogenannten Friedensrat. Dabei handelt es sich um ein von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufene internationales Gremium, um globale Konflikte zu lösen. „Unter den derzeitigen Umständen sieht die Regierung keine Beteiligung Polens am Friedensrat vor“, sagte der Ministerpräsident.

Die von den USA angeführte und von Trump selbst als möglichen Ersatz für die Vereinten Nationen erklärte Initiative kommt am Donnerstag in Washington zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Die Gästeliste stößt auf Kritik, da neben demokratisch gewählten Staats- und Regierungschefs auch autoritäre Politiker eingeladen sind – darunter Russlands Diktator Wladimir Putin und der weißrussische Machthaber Alexander Lukaschenko.

Geteilte Reaktionen
Präsident Karol Nawrocki sagte dem Sender Polsat News am Sonntag, er halte „eine Präsenz Polens im Friedensrat für vorteilhaft“. Sein Sprecher teilte am Dienstag mit, der außenpolitische Berater des Präsidenten, Marcin Przydacz, werde an der Eröffnungssitzung am Donnerstag als Vertreter des Staatsoberhaupts teilnehmen. Vertreter des Präsidenten bezweifeln zudem, ob Tusks öffentliche Äußerungen bereits eine formelle Position der Regierung darstellen. Solange keine offizielle Entscheidung vorliege, sei die Angelegenheit nicht abgeschlossen.

PAP/ps

Trump: Polen will Friedensrat beitreten – Parlament muss zustimmen

23.01.2026 10:25
Polen und Italien wollen dem von Trump initiierten Friedensrat beitreten. Das versicherte US-Präsident Donald Trump in Davos. Wie Trump betonte, müsse Polens Präsident Karol Nawrocki dafür jedoch zunächst die Zustimmung des Parlaments einholen. Ähnlich äußerte sich nach Angaben Trumps auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni.

Inoffiziell: Nawrocki mit Angebot an Trump zur Friedensrat-Initiative

24.01.2026 14:00
Präsident Karol Nawrocki soll US-Präsident Donald Trump ein informelles Angebot zur Zusammenarbeit zwischen Polen und den Vereinigten Staaten unterbreitet haben. Demnach könnten die USA im Gegenzug für einen Beitritt Polens zu Trumps Friedensrat einen ständigen Militärstützpunkt in Polen errichten.

Polen sollte nicht mit Putin und Lukaschenko an einem Tisch sitzen

26.01.2026 14:00
Ist der polnische Präsident Donald Trump irgendetwas schuldig? Sollte Polen mit Diktatoren an einem Tisch sitzen? Donald Trump hat Europa in der Frage Grönlands massiv unter Druck gesetzt. Am Ende habe er sich mit einer Lösung zufriedenzugeben, die auch ohne den ganzen Wirbel leicht erreichbar gewesen wäre. Chinesische Autos locken mit niedrigen Preisen und viel Technik. Das polnische Militär stuft sie jedoch als ernste Bedrohung ein. Mehr dazu in der Presseschau.

Sikorski äußert sich skeptisch zu Wiederaufbauhilfe für Gaza

05.02.2026 06:43
Außenminister Radosław Sikorski hat Zweifel an einer möglichen finanziellen Beteiligung Polens am Wiederaufbau des Gazastreifens geäußert. „Ich möchte hören, warum der polnische Steuerzahler den Wiederaufbau von Gaza finanzieren soll, den wir schließlich nicht zerstört haben“, sagte Sikorski am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Washington.