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Erste Opfer aus Puźniki identifiziert – neue Exhumierungen in Wolhynien

13.07.2026 12:26
Erstmals erhalten Familien von Opfern aus Puźniki Identitätsnoten. Kulturministerin Marta Cienkowska sagte, die Familien hätten „80 Jahre darauf gewartet, ihrer Angehörigen zu gedenken, einen Ort zu haben, an dem man eine symbolische Kerze aufstellen kann“. Parallel beginnen in Ostrówki neue Exhumierungen.
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6 верасня на месцы, дзе некалі была вёска Пужнікі прайшлі пахаванні 42 палякаў, забітых падчас антыпольскіх акцый УПАFoto: X/kultura_gov_pl

Warschau/Łuck - Erstmals erhalten Angehörige von Opfern der Wolhynien-Verbrechen offizielle Identitätsnoten. Im polnischen Kulturministerium in Warschau sollen heute die Namen von acht Menschen bekanntgegeben werden, die nach Exhumierungen in Puźniki identifiziert wurden. Zugleich beginnen in Ostrówki und Wola Ostrowiecka in der ukrainischen Oblast Wolhynien weitere Exhumierungen polnischer Opfer.

Die Zeremonie in Warschau ist für 13.30 Uhr geplant. In Puźniki wurden bislang die Überreste von mehr als 40 Menschen geborgen. Im Februar 1945 hatte dort nach polnischen Angaben eine Einheit der Ukrainischen Aufstandsarmee etwa 80 polnische Bewohner ermordet.

Kulturministerin Marta Cienkowska sagte, die Familien hätten „80 Jahre darauf gewartet, ihrer Angehörigen zu gedenken, einen Ort zu haben, an dem man eine symbolische Kerze aufstellen kann“. Maciej Dancewicz von der Stiftung Freiheit und Demokratie, selbst Angehöriger von Ermordeten aus Puźniki, sagte: „Puźniki hat 80 Jahre darauf gewartet.“ Für die Familien würden nun Geschichten greifbar, die über Jahrzehnte in den Häusern weitererzählt worden seien.

Neue Exhumierungen in Ostrówki und Wola Ostrowiecka

In Ostrówki und Wola Ostrowiecka reisen heute Teams des Instituts für Nationales Gedenken, der Medizinischen Universität Krakau und ukrainische Archäologen an. Die eigentlichen Arbeiten sollen am Dienstag beginnen. Im Mai waren dort zwei Massengräber entdeckt worden. In den beiden Orten wurden 1943 mehr als 1000 Menschen von der UPA getötet. Frühere Exhumierungen in den 1990er- und frühen 2000er-Jahren führten zur Bergung und Bestattung von 674 polnischen Dorfbewohnern.

Die Arbeiten sind Teil einer laufenden polnisch-ukrainischen Zusammenarbeit bei Suche, Exhumierung und würdigem Gedenken. In Łuck hatten Vertreter beider Staaten an Gedenkfeiern teilgenommen. In der Kathedrale der Heiligen Apostel Petrus und Paulus wurde eine Messe für die Opfer gefeiert. Bischof Witalij Skomorowski erinnerte in seiner Predigt an den Appell Johannes Pauls II., historische Belastungen im Namen der Zukunft zu überwinden.

Der polnische Regierungsbevollmächtigte für die Ukraine, Paweł Kowal, betonte, beide Länder unterschieden sich in der Bewertung der Wolhynien-Verbrechen. Zugleich seien sie in Wirtschaft und Verteidigung auf Zusammenarbeit angewiesen. Teilnehmer der Gedenkfeiern hoben hervor, dass die Suche nach den Opfern und ihre würdige Bestattung ein wichtiger Weg zu Verständigung sei.

Der Streit um Wolhynien wird immer wieder von russischer Propaganda und populistischen Kräften mit Hilfe von manipulierten Inhalten und Deepfakes sowie nationalistischen Forderungen, die Unterstützung für die Ukraine zu stoppen, instrumentalisiert. 

Der Nationale Gedenktag für die Polen, die Opfer des von OUN und UPA auf den östlichen Gebieten der Zweiten Polnischen Republik verübten Völkermords wurden, wurde am 11. Juli begangen. Das Datum erinnert an den sogenannten blutigen Sonntag 1943, den Höhepunkt der Massenmorde. Nach Schätzungen polnischer Historiker wurden von 1943 bis 1945 in Wolhynien und Ostgalizien rund 100.000 Polen von ukrainischen Nationalisten getötet. Viele Opfer liegen bis heute in namenlosen Gruben.

Voraussichtlich Ende August soll in Puźniki die Suche nach einem zweiten Massengrab fortgesetzt werden. Dort werden die Überreste von etwa 40 weiteren Opfern vermutet.

IAR/PAP/adn

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