Deutsche Redaktion

Polnische Stadt gedenkt der Opfer deutscher Kriegsverbrechen

04.02.2026 06:00
Die nordpolnische Stadt Chojnice hat rund 700 Zivilisten geehrt, die während des Zweiten Weltkriegs von deutschen Besatzungstruppen getötet wurden. Das „Gedenken an unsere gefallenen Landsleute sollte uns dazu motivieren, mit Weitblick, Ausdauer und einer langfristigen Perspektive im Dienst der polnischen Nation und des Staates zu handeln“, erklärte Polens Präsident in einem Schreiben.
Die Opfer sind in einem Massengrab auf dem Friedhof der Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen in Chojnice bestattet. Ihre zwischen 2021 und 2024 aus fnf Massengrbern geborgenen sterblichen berreste wurden in 188 Srge gelegt und im September 2024 erneut beigesetzt.
Die Opfer sind in einem Massengrab auf dem Friedhof der Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen in Chojnice bestattet. Ihre zwischen 2021 und 2024 aus fünf Massengräbern geborgenen sterblichen Überreste wurden in 188 Särge gelegt und im September 2024 erneut beigesetzt. IPN Chojnice/fb

Die Opfer sind in einem Massengrab auf dem Friedhof der Opfer der nationalsozialistischen Verbrechen in Chojnice bestattet. Ihre zwischen 2021 und 2024 aus fünf Massengräbern geborgenen sterblichen Überreste wurden in 188 Särge gelegt und im September 2024 erneut beigesetzt. Ein Jahr später haben die Behörden an der Stätte einen Grabstein enthüllt. Dieser wurde am Samstag bei einer Zeremonie geweiht, berichtete die polnische Presseagentur PAP.



In einem bei der Veranstaltung verlesenen Schreiben erklärte Präsident Karol Nawrocki, das „Gedenken an unsere gefallenen Landsleute sollte uns dazu motivieren, mit Weitblick, Ausdauer und einer langfristigen Perspektive im Dienst der polnischen Nation und des Staates zu handeln“. Die Kriegsverbrechen im sogenannten Tal des Todes von Chojnice bezeichnete er als „schmerzhafte Wunde“ für Polen. Wie Nawrocki erklärte, blieben die nationalsozialistischen deutschen Kriegsverbrechen eine „mahnende Warnung“ vor extremistischen Ideologien, die in Hass und Gewalt enden.

Historiker zufolge waren die Morde Teil der Operation Tannenberg, einer geplanten Kampagne zur Vernichtung der polnischen Zivilbevölkerung in Nordpommern. Bislang konnten anhand von Exhumierungsakten und Namenslisten rund 16.000 Opfer identifiziert werden, die tatsächliche Zahl der Getöteten könnte jedoch bis zu 40.000 betragen. Der größte einzelne Tatort war der Wald von Piaśnica, in dem schätzungsweise 10.000 Menschen ermordet wurden. Die genaue Zahl der Opfer lässt sich nach Angaben von Historikern nicht feststellen, da die nationalsozialistischen deutschen Besatzer Akten vernichtet und Leichen verbrannt hatten.

IAR/PR/ps

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