Ministerpräsident Donald Tusk hat sich in Rom mit Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni getroffen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand die internationale Lage. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärte Tusk, beide Länder verstünden sich „sehr gut“. Das liege nicht nur an gemeinsamen Interessen, sondern auch an ähnlichen Ansichten in nahezu allen wichtigen Fragen, die derzeit Europa, beide Staaten und die Welt beeinflussen.
Mit Blick auf die Ukraine betonte Tusk, Polen und Italien verträten identische Positionen. Der polnische Regierungschef dankte Meloni für ihre Haltung und ihre „Lektion der Solidarität“ im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine. Die europäische Politik sei „deutlich besser dank der Präsenz von Ministerpräsidentin Meloni“, erklärte Tusk. Zugleich betonte er, beide Länder hätten auch beim Emissionshandelssystem ETS, bei EU-Fonds, der Kohäsionspolitik und der gemeinsamen Agrarpolitik ähnliche Standpunkte.
Meloni: Italien und Polen bereit für Gespräche über neuen bilateralen Vertrag
Nach dem mehr als einstündigen Treffen im Palazzo Chigi erklärte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni vor Journalisten, das bisherige Freundschaftsabkommen zwischen beiden Ländern stamme aus dem Jahr 1991. Beide Länder würden deshalb beabsichtigen, ein neues Dokument zu vereinbaren. Zu den Gesprächsthemen im Zusammenhang mit der Zusammenarbeit in der EU zählten nach ihren Worten die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Notwendigkeit, interne Zölle und alle Mechanismen abzubauen, die nach ihrer Einschätzung zu Preissteigerungen beitragen.
Meloni sagte zudem, sie habe mit Tusk über illegale Migration gesprochen. „Polen steht bei der Verteidigung der Außengrenzen der Europäischen Union gegen illegale Migration in der ersten Reihe. In diesem Fall wird Migration auch gezielt instrumentalisiert. Wir danken Polen für die Solidarität gegenüber den Flüchtlingen aus der Ukraine“, erklärte die italienische Regierungschefin.
Die Ministerpräsidentin verwies auf die engen Beziehungen zwischen beiden Ländern und erinnerte daran, dass sich sowohl in der polnischen als auch in der italienischen Nationalhymne gegenseitige Bezüge befinden. Dies sei weltweit ein einzigartiger Fall, betonte sie. Zugleich hob Meloni hervor, dass beide Nationen auch durch die Person von Papst Johannes Paul II. verbunden seien.
PAP/ps