Hintergrund sind Berichte über eine mögliche Verringerung der US-Truppenpräsenz in Europa und die Aussetzung der geplanten Rotation von 4000 amerikanischen Soldaten nach Polen. Tusk sagte, Polen wolle die neue Strategie Washingtons nicht bewerten, erinnere die USA aber daran, dass sie an der Weichsel „ausschließlich Freunde“ hätten.
Polen sei für die Vereinigten Staaten ein verlässlicher Partner und werde dies auch bleiben, erklärte Tusk weiter. Die Beziehungen müssten jedoch auf gegenseitigem Respekt und Vorhersehbarkeit beruhen. Niemand in Europa und der Nato investiere so viel in die eigene und gemeinsame Sicherheit wie Polen.
Auch Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz äußerte sich zurückhaltend kritisch. Es sei schwierig, von jenen überrascht zu werden, denen man am meisten vertraue, sagte er. Er hoffe jedoch, dass alle Missverständnisse in den kommenden Tagen ausgeräumt würden.
Kosiniak-Kamysz betonte, eine mögliche Neuordnung der amerikanischen Militärpräsenz in Europa dürfe nicht zulasten des „größten Verbündeten der USA in Europa“ gehen. Polen investiere erhebliche Summen in die Stationierung amerikanischer Soldaten und kaufe US-Rüstungsgüter im Wert von mehr als 50 Milliarden Dollar, darunter Abrams-Panzer und Apache-Hubschrauber.
In einem Beitrag auf Truth Social Ende April sagte Trump: „Die Vereinigten Staaten prüfen und bewerten derzeit eine mögliche Reduzierung der Truppen in Deutschland. Eine Entscheidung soll in naher Zukunft getroffen werden. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit für diese Angelegenheit! Präsident DONALD J. TRUMP.“
Reuters hatte vergangene Woche unter Berufung auf US-Regierungsvertreter berichtet, das Pentagon habe die geplante Rotation von 4000 Soldaten nach Polen gestoppt. Die polnische Regierung betont dagegen, dass die Zahl der US-Soldaten in Polen nicht sinken werde.
IAR/jc