Deutsche Redaktion

Sikorski: Öffentliche Warnungen vor Provokation sollen Putin abschrecken

07.07.2026 12:17
Sikorski beschrieb ein Szenario, in dem Russland eine Provokation inszeniert und anschließend behauptet, auf einen angeblichen Angriff reagieren zu müssen. Dabei könnten auch Drohnen eingesetzt werden, die als ukrainisch dargestellt würden. Russland greife zu solchen Methoden, sagte Sikorski.
Warschau, 07.07.2026. Der stellvertretende Ministerprsident und Auenminister Radosław Sikorski (links) am Flughafen Okęcie in Warschau vor dem Abflug nach Ankara am 7. dieses Monats. Das polnische Prsidentenpaar begibt sich anlsslich des NATO-Gipfels in Ankara zu einem zweitgigen Arbeitsbesuch in die Republik Trkei. Unser Land wird auf dem Gi
Warschau, 07.07.2026. Der stellvertretende Ministerpräsident und Außenminister Radosław Sikorski (links) am Flughafen Okęcie in Warschau vor dem Abflug nach Ankara am 7. dieses Monats. Das polnische Präsidentenpaar begibt sich anlässlich des NATO-Gipfels in Ankara zu einem zweitägigen Arbeitsbesuch in die Republik Türkei. Unser Land wird auf dem GiPAP/Marcin Obara

Polens Außenminister Radosław Sikorski setzt auf öffentliche Warnungen, um mögliche russische Provokationen gegen sein Land oder die NATO zu verhindern. In einem Interview mit dem US-Sender CNN sagte der Vize-Regierungschef vor dem NATO-Gipfel in Ankara, Russland habe derzeit nicht die Kräfte für einen offenen Angriff auf die Allianz. Denkbar seien jedoch Aktionen unter falscher Flagge, etwa mit Drohnen.

Sikorski beschrieb ein Szenario, in dem Russland eine Provokation inszeniert und anschließend behauptet, auf einen angeblichen Angriff reagieren zu müssen. Dabei könnten auch Drohnen eingesetzt werden, die als ukrainisch dargestellt würden. Russland greife zu solchen Methoden, sagte Sikorski. Deshalb müsse man vorbereitet sein und Moskau deutlich machen, dass solche Pläne erkannt würden.

Der Minister verwies auf die Zeit vor dem russischen Großangriff auf die Ukraine im Februar 2022. Damals hatten US-Geheimdienste öffentlich vor möglichen russischen Inszenierungen gewarnt, die als Vorwand für eine Invasion dienen könnten. Nach Sikorskis Einschätzung trug dies dazu bei, dass Moskau auf eine solche Inszenierung verzichtete. Er hoffe nun, dass auch die aktuellen Warnungen Präsident Wladimir Putin davon abhielten, eine Provokation auszulösen.

Warschau will mehr amerikanische Präsenz

Zugleich bekräftigte Sikorski das Vertrauen Polens in die USA als Sicherheitsgaranten. Warschau wolle mehr amerikanische Präsenz auf polnischem Boden, darunter eine zweite ständige US-Basis. Eine feste US-Einrichtung gebe es bereits mit der Raketenabwehrbasis in Redzikowo, die nach seinen Worten vor allem die USA, aber auch Europa schützt.

Sikorski räumte ein, dass weitere Reduzierungen amerikanischer Truppen in Europa absehbar seien. Washington erwarte von den europäischen Verbündeten mehr konventionelle Fähigkeiten. Dennoch werde Europa weiter von amerikanischer Unterstützung profitieren, etwa bei Logistik und Aufklärung.

Kritik von US-Präsident Donald Trump an Verbündeten wegen zu niedriger Verteidigungsausgaben wertete Sikorski nicht als Gefahr für den Zusammenhalt der NATO. Man könne über Ausgaben streiten und dennoch gute Verbündete bleiben, sagte er. Die Allianz sei seit dem russischen Angriff auf die Ukraine stärker geworden – durch den Beitritt Finnlands und Schwedens sowie durch deutlich höhere europäische Verteidigungsausgaben.

PAP/adn

Sikorski warnt vor möglicher Provokation

24.06.2026 10:57
Polens Außenminister Radosław Sikorski hat die jüngsten Drohungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin als mögliches Anzeichen für eine bevorstehende Provokation gewertet. „Das klingt wie die Ankündigung einer Provokation“, schrieb Sikorski am Dienstag auf der Plattform X.

Geheimdienstchef warnt vor russischen Provokationen im Baltikum

29.06.2026 11:22
Der Chef des polnischen Auslandsgeheimdienstes, Oberst Paweł Szota, hat vor möglichen russischen Provokationen in den baltischen Staaten gewarnt. In einem Interview mit der Zeitung Rzeczpospolita sagte er, Polen berücksichtige Szenarien, bei denen sogenannte „grüne Männchen“ – bewaffnete Kräfte ohne Hoheitsabzeichen – eingesetzt werden könnten.

„Erleichterung" in Danzig - Putins Welt der Illusionen - Lewandowski will nach Chicago

29.06.2026 12:11
Die Konferenz zum Wiederaufbau der Ukraine in Danzig sollte vor allem ein Manöver zur Schadensbegrenzung werden – am Ende aber habe über die Abwesenheit Wolodymyr Selenskyjs vor allem Erleichterung geherrscht, schreibt die RZECZPOSPOLITA. In einer entscheidenden Frage jedoch habe sich nichts bewegt. Außerdem: Lebt Wladimir Putin in einer Welt sorgsam servierter Illusionen? Und warum zieht es Robert Lewandowski ausgerechnet nach Chicago? Mehr dazu in der Presseschau.

Mutmaßliche Putin-Jacht passiert dänische Gewässer

30.06.2026 12:25
Die mutmaßlich dem russischen Präsidenten Wladimir Putin gehörende Luxusjacht „Graceful“ hat nach Medienberichten die dänischen Meerengen passiert. Das berichtete der dänische Rundfunk DR.

NATO-Gipfel in Ankara: "Polen hat jedes Recht, eine Schlüsselrolle einzunehmen"

07.07.2026 10:27
Warschau verweist auf hohe Verteidigungsausgaben und fordert mehr Schutz für die Ostflanke. Kosiniak-Kamysz sagte vor dem Gipfel, Polen erfülle bereits die Kriterien, die beim vergangenen NATO-Treffen in Den Haag vereinbart worden seien. „Polen hat jedes Recht, bei dem Treffen der NATO-Staaten eine Schlüsselrolle einzunehmen“, sagte der Verteidigungsminister.