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Streit um Czarnek-Aussage zur Ukraine: "Einen besseren Kandidaten hätte Russland nicht finden können"

15.07.2026 12:30
Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, von einer solchen Position würde Russland profitieren. PiS-Chef Jarosław Kaczyński stellte dagegen klar, militärische Unterstützung für die Ukraine sei für Polens Sicherheit unverzichtbar. Czarnek bekräftigte seine Aussagen dennoch.
Der Direktor von Radio Maryja, Pater Tadeusz Rydzyk (rechts), der stellvertretende Vorsitzende der PiS, Przemysław Czarnek (Mitte), sowie der PiS-Abgeordnete Dariusz Matecki (links) whrend der 35. Wallfahrt der Radio-Maryja-Familie nach Jasna Góra in Częstochowa am 12. dieses Monats. Das Motto der diesjhrigen Wallfahrt lautet Jnger  Missionare
Der Direktor von Radio Maryja, Pater Tadeusz Rydzyk (rechts), der stellvertretende Vorsitzende der PiS, Przemysław Czarnek (Mitte), sowie der PiS-Abgeordnete Dariusz Matecki (links) während der 35. Wallfahrt der Radio-Maryja-Familie nach Jasna Góra in Częstochowa am 12. dieses Monats. Das Motto der diesjährigen Wallfahrt lautet „Jünger – MissionarePAP/Waldemar Deska

Die Forderung des PiS-Politikers Przemysław Czarnek nach einem vorübergehenden Stopp europäischer Waffen- und Wiederaufbauhilfen für die Ukraine hat einen parteiübergreifenden Streit ausgelöst. Ministerpräsident Donald Tusk erklärte, von einer solchen Position würde Russland profitieren. PiS-Chef Jarosław Kaczyński stellte dagegen klar, militärische Unterstützung für die Ukraine sei für Polens Sicherheit unverzichtbar. Czarnek bekräftigte seine Aussagen dennoch.

Der frühere Bildungsminister und PiS-Kandidat für das Amt des Regierungschefs hatte erklärt, Polen solle seine Stellung in der EU und der NATO nutzen, um einen Finanzierungsstopp durchzusetzen. Die Hilfe solle so lange ausgesetzt werden, bis die Ukraine auf einen von ihm so bezeichneten „Weg menschenfreundlicher Werte“ zurückkehre.

Czarnek bezog sich damit auf den historischen Streit über die Ukrainische Aufständische Armee, Stepan Bandera und die Massaker an Polen in Wolhynien und Ostgalizien. Er wirft der Ukraine vor, eine gegen Polen gerichtete nationalistische Ideologie zu fördern.

Tusk: Besseren Kandidaten hätte Russland nicht finden können

Premierminister Tusk warf Czarnek vor, Russland in die Hände zu spielen: „Einen besseren Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten hätte sich Russland nicht wünschen können“, schrieb er in den sozialen Medien.

Kaczyński distanzierte sich von Czarn­eks Forderung. „Die militärische Hilfe, die auch von der Europäischen Union für die Ukraine geleistet wird, ist unbedingt notwendig“, erklärte der PiS-Vorsitzende. Sie sei eine Schlüsselfrage der polnischen Staatsräson und Sicherheit. Die Parteiführung werde sich mit der Äußerung befassen.

Czarnek: Würde die Aussage wiederholen

Czarnek nahm seine Worte nicht zurück. Er würde sie „ohne die geringsten Hemmungen“ wiederholen. Zugleich erklärte er, Russland müsse den Krieg verlieren. Polen habe der Ukraine deshalb in der gefährlichsten Phase geholfen.

Nach Czarn­eks Darstellung besteht kein Widerspruch zwischen diesem Ziel und einem zeitweisen Finanzierungsstopp. Polen müsse von Kyjiw verlangen, den gegen Polen gerichteten Bandera-Kult aus dem öffentlichen Raum zu entfernen.

Bodnar dankt Kaczyński

Der ukrainische Botschafter in Polen, Wassyl Bodnar, dankte Kaczyński für dessen Unterstützung. Der PiS-Chef antwortete, er wolle eine schwere Niederlage Russlands. Zugleich halte er an seiner Ablehnung des Bandera-Kults und an Vorbehalten gegen einen EU-Beitritt der Ukraine fest, solange dort eine aus seiner Sicht völkermörderische Ideologie gepflegt werde.

Czarnek bezeichnete Bodnars Auftreten daraufhin als „unglaublich dreist“. 

IAR/PAP/adn


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