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Migranten aus Marokko stürmen Europas Grenze

30.07.2026 17:30
Hunderte Migranten sind am Donnerstag von Marokko in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika gelangt, teilte die spanische Guardia Civil mit. Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders TVE könnten zwischen 2.000 und 3.000 Menschen die Grenze überquert haben. Die Regionalregierung fordert von Madrid die Ausrufung des Ausnahmezustands. Die spanische Regierung entsendet zusätzliche Streitkräfte in die Grenzregion.
Migranten erreichen nach dem Schwimmen von Marokko aus das spanische Hoheitsgebiet der nordafrikanischen Exklave Ceuta, 30. Juli 2026. In den vergangenen neun Tagen gelangten Hunderte Migranten, berwiegend Marokkaner und Algerier, schwimmend nach Ceuta. Die Behrden der Exklave fordern die spanische Regierung auf, den nationalen Notstand auszurufe
Migranten erreichen nach dem Schwimmen von Marokko aus das spanische Hoheitsgebiet der nordafrikanischen Exklave Ceuta, 30. Juli 2026. In den vergangenen neun Tagen gelangten Hunderte Migranten, überwiegend Marokkaner und Algerier, schwimmend nach Ceuta. Die Behörden der Exklave fordern die spanische Regierung auf, den nationalen Notstand auszurufeEPA/Reduan Dris

In sozialen Netzwerken verbreitete Videos zeigen Menschen, die von der marokkanischen Küste in Richtung Ceuta schwimmen. Einige nutzten aufblasbare Schwimmringe und andere Schwimmmittel. Andere sollen ein Tor im Grenzzaun durchbrochen haben und anschließend ins Stadtgebiet gelangt sein. Ein Sprecher der Guardia Civil sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die Migranten seien „in großer Zahl über das Meer“ am Wellenbrecher Tarajal eingedrungen.

Ceuta ist neben Melilla die einzige Landgrenze der Europäischen Union zu Afrika. Beide spanischen Exklaven sind regelmäßig Ziel von Versuchen, illegal nach Europa einzudringen.

Armee entsendet Einsatzkräfte
Nach Angaben von Reuters blieben in vielen Teilen Ceutas Geschäfte geschlossen. Geschäftsinhaber befürchten Störungen der öffentlichen Ordnung und halten die Polizeikräfte für unzureichend, um die Sicherheit zu gewährleisten. Ceutas Regierungschef Juan Jesús Vivas hat die Zentralregierung in Madrid aufgefordert, angesichts des massenhaften Zustroms von Migranten den Ausnahmezustand auszurufen. Die Regionalregierung bat zudem um die Entsendung des Militärs und die Schließung der Grenze zu Marokko. Die Streitkräfte bestätigten, 60 Soldaten zur Unterstützung der Polizei nach Ceuta entsandt zu haben.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte auf X, seine Regierung sei „voll und ganz darauf konzentriert“, unverzüglich zu reagieren und Maßnahmen vorzubereiten, um möglichst schnell zur Normalität in der Stadt zurückzukehren.

Migrationspolitik erneut im Streit

Der Vorfall hat Kritik der Opposition ausgelöst. Der Vorsitzende der konservativen Volkspartei, Alberto Núñez Feijóo, sprach mit Blick auf die Lage in Ceuta von einer Krise der nationalen Sicherheit. Die regierenden Sozialisten verfolgen eine im europäischen Vergleich vergleichsweise offene Migrationspolitik. Erst vor Kurzem wurde ein Programm zur Legalisierung des Aufenthalts von rund 500.000 Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere auf den Rechtsweg gebracht. Rechte Parteien warnen, dies werde weitere Migranten zur Einreise nach Spanien ermutigen.

Anfang des Monats hat der Oberste Gerichtshof Spaniens entschieden, dass Menschen, die bei dem Versuch abgefangen werden, Ceuta oder Melilla auf dem Seeweg zu erreichen, nicht auf Grundlage besonderer Vorschriften dieser Enklaven automatisch zurückgewiesen werden dürfen.

RMF24/ps

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