Polens Vize-Außenminister Marcin Bosacki hat sich nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vorsichtig optimistisch gezeigt. Europa und die USA müssten gemeinsam auf ein Friedensabkommen hinarbeiten, das für die Ukraine nicht nachteilig oder demütigend sei, sagte Bosacki am Montag.
Nach dem Gespräch in Florida hatten Trump und Selenskyj von Fortschritten gesprochen. Während Selenskyj erklärte, es gebe Einigkeit über Sicherheitsgarantien der USA, sprach Trump von rund 95 Prozent geklärter Fragen. Offen blieben jedoch besonders heikle Punkte, darunter der Status der noch von der Ukraine kontrollierten Gebiete im Donbas. Trump deutete an, die Ukraine könne diese Gebiete abtreten, bevor Russland sie erobere.
Bosacki widersprach dieser Einschätzung. Die Ukraine sei derzeit nicht gezwungen, territoriale Zugeständnisse zu machen, um Frieden zu erreichen. Ein solcher Schritt würde vielmehr den Interessen von Russlands Präsident Wladimir Putin dienen, der auf eine politische Unterordnung der Ukraine abziele. Angesichts der hohen ukrainischen Verluste und der massiven Investitionen in Verteidigungsanlagen sei ein freiwilliger Verzicht auf diese Gebiete kaum vorstellbar.
Zugleich betonte Bosacki, dass Russlands Spielraum begrenzt sei. Der Krieg koste Moskau Milliarden, während die Geländegewinne gering blieben. Entscheidend sei daher, Russland zu verdeutlichen, dass militärischer Druck keine weiteren Erfolge bringe – unter anderem durch anhaltende Unterstützung der Ukraine. Unklar bleibe vorerst, welche Position Russland tatsächlich einnehme, insbesondere nach dem Telefonat zwischen Trump und Putin.
PAP/adn