Deutsche Redaktion

Falschalarm in Polen. Sicherheitsdienste untersuchen 18 Meldungen

25.05.2026 14:00
Es geht um falsche Einsätze in Wohnungen von Personen, die mit der derzeitigen parlamentarischen Opposition verbunden sind. Die meisten Meldungen betrafen Sprengsätze sowie angebliche Suizidversuche. Zu den Vorfällen kam es seit dem 11. Mai. Möglicherweise stecken dieselben Täter dahinter.
Rettungskrfte werden aufgrund falscher Gefahrenmeldungen zu Einstzen gerufen.
Rettungskräfte werden aufgrund falscher Gefahrenmeldungen zu Einsätzen gerufen.PAP/Art Service

Das Zentrale Büro zur Bekämpfung der Cyberkriminalität (CBZC) untersucht 18 Falschalarme aus dem ganzen Land. Wie der private Radiosender RMF24 berichtet, handle es sich um Vorfälle, die seit dem 11. Mai registriert wurden – falsche Einsätze in Wohnungen von Personen, die mit der Opposition verbunden sind. Hinter ihnen könnten dieselben Täter stehen. Die meisten Meldungen hätten demnach Sprengsätze sowie angebliche Suizidversuche betroffen. Darüber hinaus sei zweimal falscher Feueralarm gemeldet worden. Die Täter sollen dazu Internet-Messenger, Telefone sowie Alarm-Apps genutzt haben.

Mögliche Ursache
Derzeit wird eine kriminalistische Analyse unter Einsatz von IT-Werkzeugen durchgeführt. Es werden Daten ermittelt, die zur Identifizierung des Täters oder der Täter führen könnten. Wie RMF FM berichtet, habe man es mit verschlüsselten Verbindungen unter Nutzung ausländischer Server zu tun. Dies erfordere Anträge auf internationale Rechtshilfe. Bislang gebe es keine führende Ermittlungsversion. Möglich sei eine organisierte Aktion mit dem Ziel der Destabilisierung, hinter der ausländische Geheimdienste stehen könnten. Ebenso könne es sich jedoch um einen dummen Streich und Nachahmungstaten handeln.

Falscher Feueralarm im Elternhaus von Karol Nawrocki
Der letzte Fehlalarm hat sich am Samstagabend ereignet. Die Einsatzkräfte haben eine falsche Meldung über einen Brand in der Familienwohnung von Präsident Nawrocki in Gdańsk erhalten. Sie sollen die Tür aufgebrochen und die Wohnung betreten haben, informierten der Sprecher des Präsidenten, Rafał Leśkiewicz, Ministerpräsident Donald Tusk sowie Innenminister Marcin Kierwiński. Noch am selben Tag fand ein dringendes Treffen zwischen dem Innenminister und dem Chef der Präsidialkanzlei statt. Am Sonntagmorgen wurde auf Antrag von Ministerpräsident Tusk zudem eine Regierungssitzung einberufen.

RMF24/ps

Russische Agenten hinter Brandanschlägen auf litauisches IKEA und Warschauer Einkaufszentrum

18.03.2025 06:00
Derartige Sabotageakte wurden in Polen, Litauen und Lettland entdeckt. Es gibt Hinweise auf ähnliche Aktionen in Schweden. Neun Personen seien in Polen wegen des Verdachts auf „direkte Beteiligung an Sabotageakten im Auftrag russischer Dienste“ verhaftet worden, erklärte der polnische Premierminister.

Ukrainer wegen Spionage für Russland verhaftet

01.04.2025 11:30
Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine wurden in Polen 44 Personen wegen der Spionage für Russland oder Weißrussland festgenommen. Zu ihnen gehören Bürger aus Belarus, Russland, der Ukraine und Polen.

US-Denkfabrik: Bahnverkehr-Sabotage als Russlands Strategie zur Destabilisierung Europas

19.11.2025 06:00
Die Sabotageakte gegen das polnische Schienennetz am vergangenen Wochenende sind nach Einschätzung des in Washington ansässigen Institute for the Study of War (ISW) Teil von Russlands wachsender Kampagne zur Destabilisierung Europas, teilte das Institut am Dienstag mit.

Falscher Notanruf gegen Familie von Präsident Karol Nawrocki

25.05.2026 06:30
Am Sonntagmorgen fand im Regierungszentrum für Sicherheit eine Besprechung statt, nachdem Einsatzkräfte wegen eines falschen Notrufs zum Haus eines Angehörigen von Präsident Karol Nawrocki ausgerückt waren. „Wir werden alle verfügbaren Mittel einsetzen, um die Saboteure zu identifizieren und festzunehmen“, sagte Ministerpräsident Donald Tusk.

Nach Fehlalarm in Gdańsk: Regierung unter Druck

25.05.2026 10:18
Nach dem Polizeieinsatz in der Wohnung der Mutter des polnischen Präsidenten hat der Chef des Nationalen Sicherheitsbüros BBN, Bartosz Grodecki, eine schnelle Aufklärung gefordert. Präsident Nawrocki erwarte umfassende Erklärungen zu dem Vorfall, sagte Grodecki dem Sender Radio Zet.