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Tusk bedankt sich nach Protesten

05.11.2026 06:42
Ministerpräsident Donald Tusk hat sich nach landesweiten Protesten gegen die politische Einflussnahme auf das Verfassungsgericht bei den Demonstranten bedankt. „Danke für gestern“, schrieb Tusk auf der Plattform X und veröffentlichte dazu ein Video von den Kundgebungen am Dienstag.
Trybunał Konstytucyjny
Trybunał KonstytucyjnyPAP/Radek Pietruszka

Auf den Aufnahmen sind Menschen mit polnischen und EU-Flaggen sowie Kerzen und Taschenlampen zu sehen. Im Hintergrund läuft das Lied „Kocham wolność“ (Ich liebe die Freiheit) der Rockband Chłopcy z Placu Broni. Besonders auffällig ist eine ältere Frau, die den Demonstranten applaudiert und sich mit der Hand auf dem Herzen vor ihnen verbeugt.

Zu den Protesten hatte das Komitee zur Verteidigung der Demokratie (KOD) unter dem Motto „Ein Licht für das Verfassungsgericht“ aufgerufen. Die Kundgebungen fanden in zahlreichen polnischen Städten statt, unter anderem vor dem Präsidentenpalast in Warschau. Die Teilnehmer forderten, die Unabhängigkeit des Gerichts zu schützen.

Der Konflikt um das Verfassungsgericht hatte sich am vergangenen Freitag zugespitzt. Damals wurde bekannt, dass die dienstlichen Aufgaben des Gerichtspräsidenten Bogdan Święczkowski vorübergehend ausgesetzt werden sollten. Die Richterin Anna Korwin-Piotrowska sollte die Leitung übernehmen. Sie begründete dies mit ihrer längsten Amtszugehörigkeit.

Präsident Karol Nawrocki war daraufhin vorzeitig von einer Reise in den Senegal nach Warschau zurückgekehrt. Er warf der Regierung den Versuch einer gewaltsamen Übernahme des Gerichts vor. In der Nacht kam es im Gerichtsgebäude zu einem Wortgefecht und Rangeleien zwischen dem Präsidenten und Richtern.

Tusk erklärte am Dienstag, die vom Parlament gewählten Verfassungsrichter seien rechtmäßig im Amt und müssten ihre Arbeit aufnehmen können. Zugleich bot er Nawrocki ein persönliches Gespräch an, um die Spannungen dauerhaft abzubauen. Ein Termin dafür steht bislang nicht fest.

IAR/jc

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