Deutsche Redaktion

Tusk: Ukraine braucht konkrete und verlässliche Sicherheitsgarantien

28.12.2025 09:00
„Alle Teilnehmer (...) waren sich einig, dass solide Sicherheitsgarantien für die Ukraine entscheidend sind. Solche Garantien bedeuten auch mehr Sicherheit für Polen“, schrieb Tusk auf X. Dem ukrainischen Präsidenten nach, werde der Wiederaufbau der Ukraine bis zu 800 Milliarden US-Dollar erfordern.
Der ukrainische Prsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und Polens Ministerprsident Donald Tusk (r.) whrend eines Treffens in der Kanzlei des Ministerprsidenten in Warschau, 19.12.2025. Prsident Selenskyj hielt sich zu einem eintgigen Besuch in Polen auf.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (l.) und Polens Ministerpräsident Donald Tusk (r.) während eines Treffens in der Kanzlei des Ministerpräsidenten in Warschau, 19.12.2025. Präsident Selenskyj hielt sich zu einem eintägigen Besuch in Polen auf.PAP/Radek Pietruszka

Polens Ministerpräsident Donald Tusk zufolge hätten sich europäische Staaten und die NATO am Samstag bei Gesprächen im Vorfeld des wichtigen Gipfels zwischen den USA und der Ukraine auf die Notwendigkeit „konkreter und verlässlicher“ Sicherheitsgarantien für die Ukraine verständigt. „Alle Teilnehmer – darunter die skandinavischen Länder, Kanada, die Niederlande und die NATO – waren sich einig, dass solide Sicherheitsgarantien für die Ukraine entscheidend sind. Solche Garantien bedeuten auch mehr Sicherheit für Polen“, schrieb Tusk auf X. „Nach dem morgigen Treffen der Präsidenten der USA und der Ukraine werden wir die Gespräche fortsetzen.“

 An der Telefonkonferenz am Samstagabend haben die Staats- und Regierungschefs der Ukraine, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens sowie Vertreter der EU-Institutionen teilgenommen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand der Weg zur Beendigung des Krieges in der Ukraine, insbesondere Fragen territorialer Streitigkeiten und langfristiger Sicherheitszusagen. Die Beratungen gingen dem für Sonntag geplanten Treffen im amerikanischen Palm Beach zwischen dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und US-Präsident Donald Trump voraus.

Wiederaufbau der Ukraine wird bis zu 800 Milliarden US-Dollar erfordern
„Wir arbeiten gemeinsam mit den Vereinigten Staaten an einem Aktionsplan für den Wohlstand der Ukraine. Unsere Vision, die wir zusammen mit den USA verfolgen, reicht bis ins Jahr 2040 und umfasst zentrale Elemente eines Abkommens über Investitionen und künftigen Wohlstand“, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. „Wir verfügen über Ziele und Strategien zur Sicherung der makroökonomischen Stabilität“, kündigte er an.

„Wir schätzen, dass der Wiederaufbau Investitionen in Höhe von rund 700 bis 800 Milliarden US-Dollar erfordern wird (…) Wir planen, die Entwicklung des amerikanisch-ukrainischen Investitionsfonds für den Wiederaufbau fortzusetzen. Die Verhandlungsgruppen erörtern zudem Fragen eines Fonds für Humankapital sowie der Unterstützung von Renditen aus Investitionen“, fügte der ukrainische Präsident hinzu.

Trotz jüngster diplomatischer Signale aus Kiew hat Russland am frühen Samstag einen weiteren großen Raketen- und Drohnenangriff gegen die ukrainische Hauptstadt sowie Energieanlagen und die zivile Infrastruktur verübt. Präsident Selenskyj erklärte, Russland habe nahezu 500 Drohnen und 40 Raketen eingesetzt, die auch Wohngebäude trafen.

Die territoriale Kontrolle bleibt ein zentraler Streitpunkt der laufenden Verhandlungen. Moskau fordert den Abzug ukrainischer Truppen aus Teilen des Gebiets Donezk, die derzeit nicht von russischen Streitkräften besetzt sind. Kieww hingegen strebt eine Festlegung der Frontlinie in ihrer jetzigen Lage an. Ungeklärt bleibt auch die Zukunft des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja.

Der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow erklärte vor kurzem, die Gespräche hätten einen „Wendepunkt“ erreicht. Der von der Ukraine vorgeschlagene 20-Punkte-Friedensplan weiche jedoch weiterhin von den Versionen ab, die von den russischen und amerikanischen Delegationen diskutiert worden seien.

PAP/PR/ps

Trump drängt Ukraine zu Entscheidung über Friedensplan

19.12.2025 06:46
US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf die Ukraine. Ein Friedensabkommen sei zwar in Reichweite, doch fehle bislang die Zustimmung aus Kiew, sagte Trump. Er hoffe auf eine schnelle Entscheidung der ukrainischen Führung und warnte, Russland könne andernfalls „seine Meinung ändern“.

Tusk: Milliardenhilfe verschafft Ukraine „starke Argumente“ für Verhandlungen mit Russland

19.12.2025 11:50
Der polnische Regierungschef betonte, dass die Kredite für die Ukraine kurzfristig keine finanzielle Belastung darstellen. Die Rückzahlung solle erst dann erfolgen, wenn Kiew Reparationszahlungen erhalte, die aus dauerhaft eingefrorenen russischen Vermögenswerten finanziert werden.

Wolhynien, Sicherheit, Wiederaufbau: Erster Warschau-Besuch Selenskyjs seit Amtsantritt Nawrockis

19.12.2025 12:12
Vor der Reise hatte der polnische Präsident angekündigt, seinem ukrainischen Amtskollegen die weitere Unterstützung Polens zuzusichern. Zudem sollten der polnische Beitrag zum Wiederaufbau der Ukraine, die Wettbewerbsfähigkeit der ukrainischen Landwirtschaft sowie die Aufnahme von Such- und Exhumierungsarbeiten in Wolhynien angesprochen werden.

Polen und Ukraine in strategischen Fragen einig. Wolodymyr Selenskyj in Warschau

19.12.2025 21:00
Der Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Warschau sei eine schlechte Nachricht für Russland. Er zeige, dass Polen, die Ukraine und die Länder der Region in strategischen Sicherheitsfragen geschlossen zusammenstehen, betonte Präsident Karol Nawrocki am Freitag. Selenskyj erklärte, er setze auf eine neue Etappe der Beziehungen zu Polen. Bei den Gesprächen gingen die Präsidenten auf Fragen der Sicherheit sowie historische und wirtschaftliche Themen ein. Selenskyj hat Polen unter anderem Konsultationen zum Schutz vor Drohnen angeboten. Mit Blick auf die Exhumierungsarbeiten in Wolhynien unterstrich er, beide Länder sollten sich über das Gedenken an die Opfer verständigen. Zudem lud er Nawrocki zu einem Besuch in Kiew ein.

Massiver Drohnen- und Raketenangriff auf Kiew vor Friedensgesprächen

27.12.2025 13:00
Russland hat in der Nacht einen großen Angriff auf die Ukraine mit Hunderten Drohnen und ballistischen Raketen durchgeführt. In Kiew gerieten Wohngebäude in Brand, weite Teile der Hauptstadt wurden von der Stromversorgung abgeschnitten, teilten ukrainische Behörden am Samstag mit.