Deutsche Redaktion

US-Kongress: „Wir wissen nicht, was hier vor sich geht“

18.05.2026 16:52
In Washington wächst der Unmut über die Entscheidung der US-Regierung, eine geplante Truppenrotation nach Polen auszusetzen. Bei einer Anhörung im Kongress machten Abgeordnete beider Parteien deutlich, dass sie sich von der Entscheidung des Pentagons überrascht fühlen – genauso wie offenbar die polnische Regierung.
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Bild:JIM WEST/Science Photo Library/East News

Im Zentrum der Kritik steht die geplante Aussetzung der Verlegung einer US-Panzerbrigade mit rund 4000 Soldaten nach Polen. Der republikanische Kongressabgeordnete Don Bacon sprach von einer „Ohrfeige für Polen“ und die baltischen Staaten. Die Entscheidung sende „ein schreckliches Signal“ an Amerikas Verbündete – und zugleich an Russland.

Besonders brisant: Nach Angaben Bacons wusste Warschau offenbar nichts von dem Schritt. „Sie waren überrascht“, sagte der Republikaner im Streitkräfteausschuss des Repräsentantenhauses. Polen gehöre zu den engsten Verbündeten der USA in Europa.

US-General Christopher LaNeve bestätigte vor dem Ausschuss, dass der Befehl zur Reduzierung amerikanischer Kräfte in Europa erst vor kurzem ergangen sei. Teile der Brigade und ihres Materials seien zu diesem Zeitpunkt bereits unterwegs gewesen.

Auch innerhalb des Kongresses wächst die Kritik am Vorgehen der Regierung. Der republikanische Ausschussvorsitzende Mike Rogers beklagte mangelnde Transparenz gegenüber dem Parlament. „Wir wissen nicht, was hier vor sich geht“, sagte Rogers.

Die polnische Regierung versucht unterdessen zu beruhigen. Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz betonte, es gebe keine Entscheidung über eine Verringerung der amerikanischen Präsenz in Polen. Ministerpräsident Donald Tusk sprach von „logistischen“ Änderungen ohne direkte Folgen für die Sicherheit des Landes.


IAR/jc

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