Deutsche Redaktion

Ukrainisches Nationalpantheon: „Die Stimme der Opfer darf nicht von der Stimme der Bandera-Anhänger übertönt werden.“

02.07.2026 12:21
PiS-Politiker Paweł Jabłoński spricht sogar davon, dass die Entscheidung die UPA „direkt glorifiziert“ und als „unfreundlicher Akt“ gewertet werden müsse. Regierungsvertreter mahnen, zunächst die konkrete Namensliste abzuwarten.
Der Streit zwischen Kiew und Warschau um die Geschichtspolitik spitzt sich weiter zu.
Der Streit zwischen Kiew und Warschau um die Geschichtspolitik spitzt sich weiter zu.canva

Das ukrainische Parlament hat ein Gesetz zur Schaffung eines Nationalpantheons beschlossen und damit den Streit mit Polen über historische Erinnerung verschärft. Für das Gesetz stimmten 287 Abgeordnete. Eine Liste der Personen, die geehrt werden sollen, gibt es noch nicht. Möglich ist nach ukrainischen Angaben aber, dass auch umstrittene Figuren aus dem Umfeld der UPA vorgeschlagen werden.

In Polen lösen diese Pläne deutliche Kritik aus. Zbigniew Bogucki aus dem Präsidentenlager warnt: „Die Stimme der Opfer darf nicht von der Stimme der Bandera-Anhänger übertönt werden.“ PiS-Politiker Paweł Jabłoński spricht sogar davon, dass die Entscheidung die UPA „direkt glorifiziert“ und als „unfreundlicher Akt“ gewertet werden müsse.


Regierungsvertreter mahnen, zunächst die konkrete Namensliste abzuwarten, warnen aber vor einer Ehrung von Personen, die für Verbrechen an Polen verantwortlich waren. 

Der ukrainische Abgeordnete Mykoła Kniażycki hält dagegen: Das Gesetz sei eine innere Angelegenheit der Ukraine und richte sich gegen kein anderes Land. Die Debatte berührt den Kern eines langjährigen Konflikts. In Polen gelten die UPA-Angriffe auf rund 150 polnische Ortschaften in Wolhynien im Juli 1943 als Völkermord. Zugleich warnen polnische und ukrainische Stimmen, dass Russland von einer Eskalation des Streits profitieren könnte.

Quelle: IAR/PAP/adn

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