Deutsche Redaktion

Debatte über Wolhynien im Europaparlament

02.07.2026 08:00
Am Dienstag werden die Europaabgeordneten über den Fortschrittsbericht zur EU-Beitrittsperspektive der Ukraine beraten. Zu dem Bericht wurden mehr als 400 Änderungsanträge eingereicht. Darunter sind auch Vorschläge polnischer Europaabgeordneter zum Massaker von Wolhynien und zu Verbrechen der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA).
Die Debatte am Dienstag knnte sich zu einer Debatte ber Wolhynien entwickeln. Die polnischen Europaabgeordneten werden das Thema deutlich ansprechen. Die PiS-Fraktion habe vier nderungsantrge eingereicht. Im ersten heie es, die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) sei eine Organisation, die sich auf die nationalsozialistische Ideologie beruft, f
Die Debatte am Dienstag könnte sich zu einer Debatte über Wolhynien entwickeln. Die polnischen Europaabgeordneten werden das Thema deutlich ansprechen. Die PiS-Fraktion habe vier Änderungsanträge eingereicht. Im ersten heiße es, die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) sei „eine Organisation, die sich auf die nationalsozialistische Ideologie beruft, füipn.gov.pl

Die Debatte am Dienstag könnte sich zu einer Debatte über Wolhynien entwickeln. Die polnischen Europaabgeordneten werden das Thema deutlich ansprechen, sagte einer der Gesprächspartner der RMF-FM-Korrespondentin im Europaparlament. Die PiS-Fraktion habe vier Änderungsanträge eingereicht. Im ersten heiße es, die Ukrainische Aufstandsarmee (UPA) sei „eine Organisation, die sich auf die nationalsozialistische Ideologie beruft, für Massenverbrechen an der Zivilbevölkerung verantwortlich ist und deren Verherrlichung mit den europäischen Werten unvereinbar ist“.

Die weiteren Änderungsanträge sehen vor, die Ukraine aufzufordern, „die Ideologie, Symbolik und Handlungen der UPA zu verurteilen“ sowie Exhumierungen und eine würdige Bestattung der Opfer zu ermöglichen. Die PiS-Europaabgeordneten wollen zudem festhalten, dass die UPA „für den Völkermord am polnischen Volk verantwortlich ist“. Außerdem fordern sie eine Verurteilung der Verherrlichung von mit der Organisation verbundenen Personen in der Ukraine, darunter Stepan Bandera. Einer der Änderungsanträge beziehe sich auch auf Fälle, in denen ein Teil der jungen ukrainischen Flüchtlinge in EU-Mitgliedstaaten Symbole der UPA zur Schau stelle.

Alternative Änderungsanträge anderer Fraktionen
Die Europäische Volkspartei (EVP) hat einen alternativen Änderungsantrag vorbereitet. Er soll auch von den Europaabgeordneten der Fraktion der Sozialdemokraten (S&D) unterstützt werden. Verfasst wurde er vom KO-Europaabgeordneten Andrzej Halicki und dem Berichterstatter Michael Gahler. Der Antrag sei notwendig, „denn wenn wir keinen eigenen vorlegen, bleibt am Ende nur die Möglichkeit, über sehr radikale Änderungsanträge abzustimmen“, habe der Abgeordnete gegenüber RMF FM erklärt. Der Änderungsantrag der EVP soll in den Abschnitt zum Beitrittsprozess der Ukraine aufgenommen werden und verknüpft damit die Frage von Wolhynien unmittelbar mit den europäischen Ambitionen Kiews.

Die Verfasser bedauern die „jüngste unnötige und unprovozierte Eskalation“, die durch Präsident Wolodymyr Selenskyj ausgelöst worden sei, als er einer Elitebrigade der ukrainischen Streitkräfte den Ehrennamen der Helden der UPA verliehen hat. In dem Änderungsantrag heißt es zudem, diese Entscheidung zeuge von „Missachtung der polnischen Sensibilität und des Schmerzes über die Zehntausenden Opfer der UPA und ihre Angehörigen“, insbesondere angesichts der konsequenten Unterstützung, die Polen der Ukraine im Krieg gegen Russland leistet. Die Verherrlichung der Täter solcher Verbrechen sei mit den europäischen Werten unvereinbar.

Ukraine gefährdet nachbarschaftlichen Beziehungen und erhaltene Unterstützung
Nach Ansicht der Verfasser „untergräbt“ die Entscheidung des ukrainischen Präsidenten „die nachbarschaftlichen Beziehungen und die bisherigen Bemühungen, schmerzhafte historische Fragen im Geiste einer echten und aufrichtigen Versöhnung zu lösen“, und „steht nicht im Einklang mit den europäischen Werten“. Der Änderungsantrag enthält deshalb die Aufforderung zu einer „Deeskalation und zur Wiederaufnahme von Versöhnungsbemühungen in gutem Glauben“.

RMF24/ps

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