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„Die PiS schwächt sich derzeit am effektivsten ohne fremde Hilfe“

30.07.2026 10:10
Die Krise innerhalb der größten Oppositionspartei PiS dominiert derzeit die politische Debatte in Polen. Während die Regierungskoalition das Chaos beim politischen Gegner mit Genugtuung verfolgt, wächst zugleich die Sorge, wie sich ein möglicher Machtwechsel an der Spitze der Partei auf die politische Mitte auswirken könnte. Außerdem: Die Menschen in Polen bleiben immer länger berufstätig. Neue Eurostat-Daten zeigen zwar einen deutlichen Anstieg der Erwerbsdauer, im EU-Vergleich liegt Polen jedoch weiterhin unter dem Durchschnitt. Und schließlich Sport: Ein ehemaliges Talent von Legia Warschau sorgt bei Borussia Mönchengladbach bereits für Begeisterung.
Der Vorsitzende der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jarosław Kaczyński, whrend einer Pressekonferenz in der Parteizentrale in der Nowogrodzka-Strae in Warschau am 24. Juli. Kaczyński erklrte, dass rund 30 Abgeordnete ihre Mitgliedschaft in der PiS aufgegeben htten. Die PiS-Parlamentarier hatten bis Donnerstag um Mitternacht Zeit, ihren Au
Der Vorsitzende der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jarosław Kaczyński, während einer Pressekonferenz in der Parteizentrale in der Nowogrodzka-Straße in Warschau am 24. Juli. Kaczyński erklärte, dass rund 30 Abgeordnete ihre Mitgliedschaft in der PiS aufgegeben hätten. Die PiS-Parlamentarier hatten bis Donnerstag um Mitternacht Zeit, ihren AuFoto: PAP/Leszek Szymański

WPROST:  Genugtuung über das Chaos bei der PiS. Aber auch Nervosität

Die Zerwürfnisse innerhalb der PiS sorgen in der Regierungskoalition für Genugtuung und Spott. Hinter der Schadenfreude macht sich jedoch zunehmend politische Nervosität breit. Die entscheidende Frage lautet: Welche Reaktion ist die angemessene? – schreibt das Wochenmagazin Wprost. Der Machtkampf innerhalb der PiS hat die übrige politische Agenda nahezu vollständig verdrängt. Im Regierungslager dürfte sich kaum jemand darüber beklagen. Für die Koalition kommt die Krise des größten politischen Gegners zur rechten Zeit: Die PiS schwächt sich selbst, während sich die öffentliche Aufmerksamkeit auf den Konflikt im konservativen Lager richtet. Doch selbst dort, wo die Zufriedenheit überwiegt, wächst die Sorge, dass die gebotene Vorsicht verloren gehen könnte.

In der Bürgerkoalition verfolgen viele Politiker das Chaos beim politischen Gegner mit sichtlichem Vergnügen. Hinter den Kulissen wird bereits darüber gescherzt, die PiS könne in der Sitzordnung des Sejm an Bedeutung verlieren – bis hin zu Witzen über einen möglichen Umzug und das Packen der Parteikartons. Solche Bemerkungen spiegeln nicht nur eine gelöste Atmosphäre wider, sondern auch die Überzeugung, dass die Krise der PiS weit mehr ist als ein mediales Strohfeuer, lesen wir.

Hinter dem Humor steckt allerdings eine nüchterne politische Kalkulation. Für die KO ist jeder weitere Tag, an dem die öffentliche Debatte vom Machtkampf zwischen Jarosław Kaczyński und Mateusz Morawiecki bestimmt wird, ein politisches Geschenk. Je länger sich die PiS mit sich selbst beschäftigt, desto weniger Raum bleibt für die Probleme der Regierungsparteien. Gleichzeitig mahnen jedoch auch Stimmen innerhalb der KO zur Zurückhaltung. Manche halten es für klüger, den Konflikt beim politischen Gegner nicht weiter anzuheizen. Die PiS schwäche sich derzeit am effektivsten ohne fremde Hilfe. Die Sorge: Sollten Koalitionspolitiker den Streit zu offensiv kommentieren oder sich allzu demonstrativ einmischen, könnte die öffentliche Aufmerksamkeit rasch wieder auf die Schwierigkeiten der Regierung zurückkehren. Das gilt umso mehr, als der Machtkampf in der PiS bereits jetzt einen der schwerwiegendsten Imageschäden der Regierung in den vergangenen Monaten überlagert hat – die Debatte um das Gesundheitswesen und die Situation im Warschauer Südhospital. Für die Koalition dürfte dieses günstige Ablenkungsmanöver jedoch nur von begrenzter Dauer sein.

Die größte Sorge richtet sich allerdings weniger auf den Zerfall der PiS als auf das, was daraus entstehen könnte. Vor allem Parteien, die um Wähler aus der politischen Mitte konkurrieren, befürchten, dass Mateusz Morawiecki versuchen könnte, sich als gemäßigteres, moderateres Gesicht der politischen Rechten zu präsentieren. Ein solches Szenario würde nicht nur die KO, sondern auch dem Koalitionspartner, der Bauernpartei PSL vor neue Herausforderungen stellen, schreibt die Wochenzeitung Wprost.

 

GAZETA.PL: Polen arbeiten immer länger          

Die Menschen in Europa bleiben immer länger berufstätig. Das zeigen die neuesten Zahlen von Eurostat. Auch in Polen steigt die durchschnittliche Erwerbsdauer kontinuierlich an. Im Vergleich zu vielen anderen EU-Staaten liegt das Land jedoch weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt, stellt Gazeta.pl fest.

Nach den Daten für das Jahr 2025 beträgt die prognostizierte Erwerbsdauer in Polen fast 36 Jahre. Der EU-Durchschnitt liegt bei 37,5 Jahren. Gleichzeitig hat sich die Erwerbsdauer in Polen in den vergangenen Jahren deutlich verlängert. Während sie 2016 noch bei 33 Jahren lag, beträgt sie inzwischen 35,9 Jahre. Das entspricht einem Anstieg um fast 3 Jahre innerhalb von neun Jahren. Ein ähnlicher Trend ist in der gesamten Europäischen Union zu beobachten: Dort stieg der Durchschnitt im selben Zeitraum von 35,2 auf 37,5 Jahre.

An der Spitze des Rankings stehen die Niederlande mit einer prognostizierten Erwerbsdauer von 44 Jahren. Es folgen Schweden und Dänemark. Auch Estland, Irland, Deutschland und Finnland überschreiten die Marke von 40 Erwerbsjahren. Am unteren Ende der Statistik liegen Rumänien, Italien und Bulgarien. Polen bleibt zwar unter dem EU-Durchschnitt, schneidet jedoch besser ab als die Schlusslichter des Rankings. Eurostat weist darauf hin, dass die prognostizierte Erwerbsdauer nicht mit dem gesetzlichen Renteneintrittsalter verwechselt werden darf. Der Indikator beschreibt vielmehr, wie viele Jahre eine durchschnittliche Person ab dem 15. Lebensjahr Teil des Arbeitsmarktes ist, schreibt Gazeta.pl.

 

PRZEGLĄD SPORTOWY: Borussia-Fans schwärmen von Ex-Legionär Leszczyński

Der Wechsel von Jan Leszczyński zu Borussia Mönchengladbach sorgte in Warschau für Enttäuschung. Viele Fans von Legia sind überzeugt, dass der Verein eines seiner größten Talente verloren hat. Nun zeigen sich die Anhänger des Bundesligisten begeistert von dem 19-jährigen Innenverteidiger. Im Internet ist bereits von einem „Spieler von Weltklasseformat“ die Rede, schreibt Przegląd Sportowy.

Legia erhielt für den Transfer des Abwehrspielers mehr als drei Millionen Euro – eine Investition, die sich für Borussia Mönchengladbach nach Einschätzung vieler Beobachter schnell auszahlen könnte. Während der Sommervorbereitung hat sich Leszczyński bereits hervorragend präsentiert. Besonders sein Auftritt im Testspiel gegen den Drittligisten Rot-Weiss Essen sorgte für großes Lob.

Nach Einschätzung von Experten profitierte der junge Innenverteidiger zwar davon, dass Borussia mit einer sehr jungen und unerfahrenen Mannschaft antrat. Dennoch habe er die Gelegenheit eindrucksvoll genutzt. „Ich habe zahlreiche Kommentare von Gladbach-Fans gelesen: ‚Das wird ein Spieler von Weltklasseformat – eine fantastische Spieleröffnung‘“, berichtete Bundesliga-Experte Tomasz Urban.

Besonders positiv sei, dass sich Leszczyński vom ersten Tag an dem Konkurrenzkampf stelle. Sein direkter Maßstab sei derzeit Fabio Chiarodia. Gelinge es ihm, den Italiener in der internen Rangordnung zu überholen, könne er schon bald zum erweiterten Kreis der Stammspieler gehören – ein beachtlicher Erfolg für einen Profi, der bei Legia bislang nur wenige Einsätze absolvierte, lesen wir in Przegląd Sportowy.

Autor: Jakub Kukla

Der neidische Blick auf Polen

20.03.2026 09:17
Es gab eine Zeit, in der sich Polen und Tschechien wirtschaftlich und gesellschaftlich ähnlich entwickelten. Heute jedoch hat sich das Bild gewandelt: In Tschechien blickt man zunehmend mit Respekt – aber auch mit Sorge – auf den Nachbarn Polen, der oft als „Tiger Europas“ bezeichnet wird. Doch es geht nicht nur um wirtschaftliche Dynamik. Im Mittelpunkt steht auch die Frage, wie offen der akademische Diskurs geführt wird – und wo die Grenze zur ideologischen Abschottung verläuft. Und es gibt auch positive Nachrichten: Nach Jahren der Kritik verbessert sich die Luftqualität in polnischen Städten spürbar.

„Schluss mit der Diskriminierung von Männern"

18.05.2026 13:00
Keine andere gesetzlich verankerte Benachteiligung der Geschlechter sei in Polen so deutlich wie das unterschiedliche Rentenalter. Die beiden größten Parteien ignorieren die demografischen und gesellschaftlichen Veränderungen jedoch weiterhin. Polen gehört beim Gefühl finanzieller Sicherheit zur europäischen Spitzengruppe und liegt vor Frankreich, Italien und Großbritannien. Mehr als eine halbe Million Ausländer haben im Jahr 2025 einen Antrag auf befristeten Aufenthalt in Polen gestellt. Und: Die Regierung will die Wartezeit auf Entscheidungen zur Legalisierung des Aufenthalts verkürzen. Die neuen Regelungen sehen die Möglichkeit einer sogenannten stillschweigenden Zustimmung vor. Mehr dazu in der Presseschau.

Morawiecki lehnt Loyalitätserklärung ab und bietet erneut Rücktritt als PiS-Vize an

24.07.2026 11:11
Im Machtkampf innerhalb der Oppositionspartei PiS hat Ex-Ministerpräsident Mateusz Morawiecki erneut einen Rücktritt als stellvertretender Parteivorsitzender angeboten. Eine von der Parteiführung verlangte Loyalitätserklärung werde er jedoch nicht unterschreiben, sagte Morawiecki am Freitag.

„Mental hat die PiS bereits verloren"

24.07.2026 13:30
Das Jahr 2027 könnte zu einem Jahr des politischen Chaos werden. Hat die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) den kommenden Wahlkampf bereits mental verloren? Eine Partei am Rande des Zerfalls. Mitglieder derselben politischen Formation beschimpfen sich öffentlich aufs Schärfste. Sie werfen einander Verrat, Sabotage, Schmutzkampagnen, Intrigen sowie Zusammenarbeit mit dem politischen Hauptgegner und gezielte Schädigung der eigenen Partei vor. Und: Heute lohne sich Polenfeindlichkeit für Kijiw – anders als 2022, als es politisch von Vorteil gewesen sei, sich polenfreundlich zu zeigen. Mehr dazu in der Presseschau.

Morawiecki verlässt mit 44 Abgeordneten und Europaabgeordneten die PiS

25.07.2026 08:36
Der frühere Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat mit einer Gruppe von insgesamt 44 Politikern die nationalkonservative Oppositionspartei PiS verlassen. Zu seinem Lager gehörten 40 Abgeordnete, ein Senator und drei Europaabgeordnete, sagte Morawiecki am Freitag auf einer Pressekonferenz im Parlament.

Kosiniak-Kamysz: Morawiecki wird PiS übernehmen

27.07.2026 05:57
Verteidigungsminister und Vizepremier Władysław Kosiniak-Kamysz rechnet damit, dass der frühere Ministerpräsident Mateusz Morawiecki früher oder später die Führung der nationalkonservativen PiS übernehmen wird. Eine Zusammenarbeit zwischen der regierenden Polnischen Volkspartei (PSL) und der PiS schloss der PSL-Vorsitzende jedoch kategorisch aus.

„Machtkampf um die Zukunft der Rechten nach den Wahlen"

27.07.2026 13:30
In der polnischen Presse reißen die Diskussionen über den Austritt des ehemaligen Ministerpräsidenten aus seiner Partei und die Gründung einer neuen politischen Formation nicht ab. Führende konservative Oppositionspolitiker behaupten, der frühere Regierungschef vertrete in Wahrheit liberale und linke Positionen. Unabhängig davon, ob Jarosław Kaczyński die Gruppe um Morawiecki aus der PiS ausgeschlossen hätte oder nicht – die zerstrittene Partei wäre ohnehin nicht dauerhaft zu reparieren gewesen. Der Niedergang dieser Partei bedeute zugleich den Niedergang ihres politischen Gegenpols, der Bürgerkoalition von Ministerpräsident Donald Tusk. Und: Die Ukraine führt eine asymmetrische politische Einflussoperation durch und nutzt dabei moderne Instrumente aus dem Arsenal der Psychologie und der sozialen Steuerung, um eigene Ziele zu erreichen. Auf diese Weise erweisen sich Polens östliche Nachbarn als geschickter, besser vorbereitet und mit einem deutlich besseren Verständnis der politischen Lage in Polen. Mehr dazu in der Presseschau.

Morawiecki gründet neue Parlamentsfraktion

29.07.2026 10:40
Der frühere Ministerpräsident Mateusz Morawiecki hat die Gründung einer eigenen Parlamentsfraktion angekündigt. Die neue Fraktion trägt den Namen „Rozwój Plus“ (Entwicklung Plus). Nach Angaben Morawieckis gehören ihr 40 Abgeordnete sowie ein Senator an.